Juni 2026 | Hype vs. Impact – die KI-Agenda für CEOs
KI-Transformation ist keine IT-Entscheidung. Sie ist Führungsaufgabe.
Ein Abend voller klarer Gedanken – beim Zukunft.Frauen Alumnae Club Event mit BearingPoint im 25hours Hotel Wien.
Mit einer einfachen Frage brachte Katja Mlecka, stellvertretende Personal-Leiterin der ASFINAG, den Kern des Abends auf den Punkt: Wer glaubt, dass KI die Arbeitswelt verändern wird? Alle Hände hoch.
Wer weiß genau, wie diese Veränderung aussehen wird? Stille.
Genau in dieser Lücke – zwischen Gewissheit und Unklarheit – beginnt Führungsarbeit. Und genau dort setzte die Keynote unseres ZFAC-Mitglieds Katja Mlecka an. „Es geht nicht mehr um ob – sondern wie gut wir die Veränderung gestalten.“
Statt Bauchgefühl oder einzelner Leuchtturm-Use-Cases hat die ASFINAG rund 560 Stellenprofile anonymisiert analysiert – gemeinsam mit IT, Recht und den Fachbereichen. Die zentrale Frage war dabei nicht: Welche Jobs ersetzt KI? Sondern: Wo kann KI sinnvoll entlasten – und welche Tätigkeiten profitieren wirklich davon?
Besonders bei repetitiven, unbeliebten Aufgaben wie Dokumentation, Recherche oder Tätigkeiten mit hoher psychischer Belastung liegt der Hebel. Und das gilt, so zeigte die Personal-Expertin eindrücklich, auch im Blue-Collar-Bereich.
Im anschließenden Panel diskutierten Katja Mlecka, Natalie Ségur-Cabanac und Ursula Preyer-Hochstrasser und Martin Mayer – moderiert von Chiara Werner-Tutschku – über die Bedingungen, unter denen KI-Transformation gelingt. Sechs Gedanken blieben besonders hängen:
- KI braucht Business-Relevanz. Nicht „Welche KI-Lösung gibt es?“ ist die richtige Ausgangsfrage – sondern: Welchen konkreten Schmerz hat ein Bereich? Wo entsteht echter Wert?
- Schatten-KI ist längst Realität. Viele Organisationen unterschätzen, wie viel im Verborgenen bereits passiert. Der Schritt von einzelnen Power Usern zu kollektiven, sicheren Lösungen muss aktiv gestaltet werden.
- HR wird zur Übersetzerin. Zwischen Business, IT, Recht, Risiko, Management und Mitarbeitenden braucht es jemanden, der Sprachen verbindet, Sorgen ernst nimmt und Kulturarbeit leistet.
- Governance muss ermöglichen. Compliance gehört von Beginn an den Tisch – nicht als Bremse, sondern als Möglichmacherin für sichere Lösungen.
- Human in the Loop bleibt zentral. KI kann beschleunigen, strukturieren, als Sparring-Partnerin dienen. Aber Verantwortung lässt sich nicht automatisieren. Entschieden wird weiterhin von Menschen.
- Future Skills sind keine Kür. Wenn KI Arbeit übernimmt, verschieben sich Kompetenzen: hin zu besseren Fragen, kritischer Einordnung und Veränderungskompetenz.
Was bedeutet das für Chefinnen konkret? KI-Transformation gelingt nicht durch Abwarten. Mitarbeitende brauchen sichere Räume zum Ausprobieren, klare Leitplanken – und eine ehrliche Antwort auf die Frage: Was bringt mir das persönlich?
Die Panelist:innen gaben zum Schluss vier handfeste Tipps mit auf den Weg: AI-Round-Tables schaffen, eine Community für KI-Interessierte aufbauen, selbst Vorreiterin werden – und sich von jungen KI-Enthusiastinnen coachen lassen.
KI ist vielleicht ein Sprint. Aber die Umsetzung ist ein Marathon.
Herzlichen Dank an Bearing Point, die diese Veranstaltung mit Blick über Wien möglich gemacht haben, an unser Vorstandsmitglied Petra Grell-Kunzinger für die Organisation des Events, an ZFAC-Mitglied Katja Mlecka für die Idee zum Thema und die Key Note sowie an die ZFAC-Mitglieder Natalie Ségur-Cabanac und Ursula Preyer-Hochstrasser für die inspirierende Teilnahme am Panel.





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