Gerlinde Layr-Gizycki | ZF1

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Trend. HR: EINE VERKNÜPFUNG VON PRAXIS UND WISSENSCHAFT: INAMERA | WU EA CROSS MENTORING

Das angebotene Cross Mentoring-Programm INAMERA beruht im Gegensatz zu den meisten Programmen dieser Art auf mehreren Säulen. In Kooperation mit wissenschaftlichem Background der WU Executive Academy werden auch Praxis-Workshops mit Unternehmen, wie zum Beispiel A1, angeboten. Darüber hinaus ermöglicht es INAMERA-Mentees und -Mentor:innen, eine Vielzahl neuer Businesskontakte während des zwölfmonatigen zertifizierten Lehrgangs zu knüpfen. Die Integration von Wissenschaft, Praxis und Beziehungsmanagement ins Cross Mentoring-Programm selbst, das einerseits Mentees aus unterschiedlichsten Unternehmen anzieht und andererseits mit einem Netzwerk an sehr erfahrenen Mentor:innen arbeitet, die nicht aus dem eigenen Unternehmen kommen, ist das Besondere an INAMERA.

Frau Stöttinger, was reizt Sie an der Zusammenarbeit mit INAMERA und wie bringt sich die WU Executive Academy dabei ein?

Stöttinger: Was für uns an dieser Zusammenarbeit spannend ist, sind die einzigartige Verbindung von Inhalten, der Austausch darüber und wie sich dadurch die Beziehungen vertiefen – auf einer fachlichen und persönlichen Ebene. Das geht weit über das klassische Set-up von Mentoring-Programmen hinaus und stiftet echten Mehrwert für alle Beteiligten. Wir bringen unsere inhaltlichen Stärken zu aktuellen Themen wie Agile Leadership, digitale Transformation und unsere Kompetenz in der Gestaltung von Learning Journeys für Mentor:innen und Mentees ein.

Frau Huber-Kroneisl, Herr Hofer, welche Erfahrungen kann A1 in dieses Programm einbringen?

Huber-Kroneisl, Head Strategic Procurement bei A1: Wir haben als A1 im Jahr 2018 Pionierarbeit in Österreich geleistet, als wir unseren strategischen Einkauf als ersten Finance-Bereich agil gestaltet haben. Wir suchten damals nach Beispielen in anderen Unternehmen, auch im Austausch mit der WU Executive Academy, fanden allerdings kaum Unternehmen, die sich an das Thema Agilität außerhalb der klassischen Bereiche, wie IT und Projektmanagement, wagten. Uns war klar, dass eine Transformation in der Art und Weise, WIE wir arbeiten, erforderlich war.

Hofer, Head Strategic Procurement bei A1: Unser Zugang, die Organisation im Einkauf agil zu gestalten, Hierarchien und das sogenannte „Silodenken“ aufzulösen sowie die klassischen Einkaufskategorien hinter uns zu lassen, war damals eine Herausforderung, zu der wir Mut gebraucht hatten. Die strategischen Einkäufer:innen konnten ihren Interessen und Stärken entsprechend Beschaffungsgeschäftsfälle bearbeiten.

Frau Huber-Kroneisl, Herr Hofer, welche Erfahrungen kann A1 in dieses Programm einbringen?
Wie hat die agile Organisation Ihr Führungsverhalten verändert?

Hofer: Meinen persönlichen Führungsstil musste ich kaum anpassen; ich hatte im Team davor schon viel Eigenverantwortung gefordert und gefördert. Was ich nicht mehr brauche, ist, die Ergebnisse innerhalb des Unternehmens zu vertreten, sie tun das nun selbst. Ich habe mehr Zeit für die Mitarbeiter:innen und deren Entwicklung.

Huber-Kroneisl: Das aktuelle Führungsverhalten setzt ein hohes Maß an Vertrauen voraus. Flachere Hierarchien ermöglichen es den Mitarbeiter:innen, den eigenen Arbeitsstil selbst zu gestalten und wenn Unterstützung gebraucht wird, bin ich als People Lead für Fragen und Anliegen da. Ich agiere dabei als Coach unserer Mitarbeiter:innen.

Frau Layr-Gizycki, Sie leiten das Cross Mentoring-Programm. Was zeichnet das Programm für die Mentees besonders aus?

Layr-Gizycki: Unsere Mentees lernen durch Unternehmen wie A1, wie agile Konzepte in der Realität funktionieren. Dass solche Konzepte selbst in großen Unternehmen – mal kleiner, mal größer – starten und erfolgreich sein können und welche Erfahrungen und Fehler dabei gemacht werden, sind wertvolle Beiträge, aus denen die Mentees des INAMERA-Programms lernen.

Was konkret haben Sie als Mentees im Workshop erfahren und wie wenden Sie es in Ihrem Unternehmen an?

Bianca Lang, Prokuristin und Bereichsleitung Ausschreibungsmanagement, SIMACEK Facility Management Group: In dem von INAMERA bei A1 organisierten Workshop haben wir Einblicke in verschiedene agile Konzepte bekommen, die A1 bereits in den unterschiedlichen Bereichen umgesetzt hat. Für mich war interessant zu erfahren, was die Führungskräfte und vor allem langjährige Mitarbeiter:innen dabei motivierte und warum sie bei diesem Change dabei sein wollten. Dieser Change hatte einen umfassenden Kulturwandel zur Folge, deshalb war es für mich besonders spannend zu hören, wie die Mitarbeiter:innen methodisch eingebunden waren und welche Rahmenbedingungen es dafür gab. Aktuell absolviere ich im Zuge des INAMERA-Programms das Modul „Agile Leadership“ der WU Executive Academy, in dem die agilen Methoden und Ansätze, wie eine Organisation agil gestaltet beziehungsweise wie die Agilität implementiert werden kann, vermittelt werden.

Gerhard Fuchs, Head Logistics, Siemens Mobility Austria: Der Standort in Graz ist als Weltkompetenzzentrum von Siemens Mobility für die Entwicklung und Fertigung von innovativen Fahrwerken und Pantographen für alle modernen Schienenfahrzeuge verantwortlich. Stetig steigender Bedarf an nachhaltiger Mobilität sorgt für eine hohe Auslastung und langfristig wirtschaftlich positive Rahmenbedingungen an unserem Standort Graz. Die Pandemie und auch die konjunkturellen Schwankungen setzen aber unsere Zulieferkette unter Druck. Gerade jetzt sind eine funktionierende Logistik sowie ein durchgängiges Supply Chain Management essenziell. Mit einer proaktiven, antizipativen Organisation und agilem Management treten wir diesen Herausforderungen entgegen. So konnten wir beispielhaft durch agile Teams, modifizierte Beschaffungsstrategien in der Pandemie und mit der Neuausrichtung unseres Werk- und Logistik-Layouts schnelle und nachhaltige Erfolge erzielen. Das Cross MentoringProgramm von INAMERA gibt optimale Rahmenbedingungen für den Austausch und das Vernetzen mit Persönlichkeiten anderer Unternehmen.